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Die Diskretion wird zu Meditationskraft

gomukhasana, yogaübung

Von der Diskretion zur Großmut

Die Diskretion schafft eine gewisse Voraussetzung für die großmütige Tat. Denn durch die Diskretion lernt man sich und die Situationen im Leben erst richtig einzuschätzen, bevor zu hastig gehandelt oder gesprochen wird. Das schafft eine neue Übersicht im Leben. Man könnte auch sagen, der Kopf wird freier durch die zurückhaltende Diskretion. Diese neu entstandene Übersicht in Gedanken macht den Menschen freier und ermöglicht die großmütige Tat, die über das allzu schnell verletzte kleine Ego hinausblicken kann. Das „freie Haupt“ ist aber nicht zu verwechseln mit Überheblichkeit und Arroganz, die über allem steht und nichts an sich heranlässt. Man kann es sich vielmehr vorstellen als das Haupt, das trotz Spannungen im Leben noch einen Gedanken fassen kann und in der Lage ist, bei den Aversion gegen einen Menschen oder eine Sache auch das Gute und Förderliche zu sehen. Und dies wiederum ist die Fähigkeit, das Richtige zu tun. Großmut ist keine Überschwenglichkeit, um zu zeigen, wie großzügig man doch ist. Großmut sieht den anderen und die Situation und handelt nicht aus dem Affekt, Vergeltungs- oder auch …

Zehenspitzenstand Punkt und Umkreis

Die Diskretion – einen Raum wahren

So wie das Kind geschützt im Mutterleib eine bestimmte Zeit der Entwicklung benötigt, bis die Geburt herannaht, oder wie ein Same Ruhephasen benötigt und nur unter bestimmten Bedingungen keimen kann, so benötigt auch die Seele eine Art behütete Geschlossenheit oder es benötigen Gedanken, Empfindungen und neue Impulse ihre eigenen Rhythmen zur Entwicklung und Reifung, bevor sie nach außen getragen werden. Die Tugend der Diskretion schafft und wahrt diesen geschlossenen Raum der Entwicklung.

Yogaübung Halbmond Vorbereitung

Die Diskretion – Februarübung

Das Üben der Monats-Tugenden nach Rudolf Steiner. „Diskretion wird zu Meditationskraft“ … … so wird ein Aspekt der seelisch-geistigen Entwicklung angedeutet. Die Yoga-Übung selbst kann diese Entwicklung nicht bieten, denn sie ist eine äußere Körperhaltung, die Tugend ist eine innere Seelenhaltung. Die Yogaübung könnte aber ein künstlerischer Ausdruck der Seele werden, wenn ein Sinn für die Seelenhaltung entsteht. Vielleicht mag man denken, ein Mensch hat diese oder jene Tugend ein anderer nicht, als sei der Mensch von der Natur determiniert und könne nichts hinzu entwickeln. Rudolf Steiner empfahl hingegen, Tugenden konkret zu üben. Er nannte zu jeder Tugend eine bestimmte seelische Kraft, die sich aus dem individuellen Üben entwickeln kann. So wie sich bei der Tugend des Mutes „Erlöserkraft“ entwickeln kann, so sieht er als Ergebnis des Übens der Diskretion die „Meditationskraft“.