Autor: Regina

Sonnengebet – Hund

Yoga Anfängerkurs

Der nächste Yoga-Anfängerkurs beginnt am Montag, 14. Januar 2019, jeweils 20-21:30 Uhr! – Ein Kurs zum Kennenlernen der Yoga-Übungsreihe oder zum Wiedereinstieg, 6 Mal 90 min, in einer geschlossenen Gruppe unter neuen Teilnehmern! Auch als Gutschein zum Verschenken möglich!

Vorwärtsbeuge mit Öffnung

Höflichkeit – Geste der Sensibilität

Im September beschäftigten wir uns in den Kursen mit der Höflichkeit als Haltung. Dabei haben wir unterschieden zwischen Höflichkeitsformen, die man zunächst lernt, und Höflichkeit als innerer Sinn, als Sensibilität, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit für andere Menschen. Bei der höflichen Verhaltensweise sprechen wir von einer äußeren Form, so wie man z.B. „guten Tag“ sagt. Man empfindet das Verletzen solch einer Form als unhöflich. Aber auch, wenn eine Form ohne wirkliche Aufmerksamkeit für den anderen angewendet wird, kann das unhöflich sein. Hat jemand einen Schicksalsschlag oder schmerzliche Veränderungen im Leben erfahren, wird man das in der Begegnung berücksichtigen, sensibel sein und keine überschwänglichen Fragen stellen, auf die derjenige vielleicht gar nicht antworten möchte. Daran lässt sich erahnen, dass Höflichkeit nicht allein Form, sondern auch Sensibilität, Aufmerksamkeit und Empathie sein kann, bei der die Person des anderen berücksichtigt wird und Vorrang gegenüber den eigenen Interessen hat.

Yogaübung Kamel, Armbewegung

Mitleid wird zu Freiheit

Eine innere Haltung bringt oft mehr zum Ausdruck, als eine äußere. Oder die äußere Haltung kann bei zwei Menschen gleich sein, aber dennoch etwas ganz anderes ausdrücken. Beispielsweise wirkt eine Yogaübung, wenn es nur um die Perfektion geht, immer etwas hart. Wenn aber nur das Wohlgefühl gesucht wird, scheint sie sich beinahe aufzulösen. Das Formen einer Übung beginnt also vielmehr bei der inneren Haltung. Die Tugenden formuliert Rudolf Steiner so, dass sie zu etwas Neuem in der Seele werden. Er gibt damit einen Inhalt, den wir in seiner Bedeutung ergründen können. Und schon durch das Nachdenken über eine Tugend rückt der Sinn dafür näher. Man muss nicht meinen, eine Tugend wie das Mitleid nur pflegen zu können, wenn man schon ein freier Mensch ist. Oft sind es ja gerade die kleinen Veränderungen, die Großes bewirken. Was ist also diese innere Haltung des Mitleids, worin unterscheidet sie sich von sentimentalen Tendenzen und warum wird sie zu Freiheit? Das Mitleid ist etwas verallgemeinert ein Mitgefühl, mit dem man im Fühlen mehr beim anderen ist, als bei sich …

Vorbereitung und Vertiefung

Ausdauer

– wird zu Treue. So lautet die Tugend im Monat Juni. Sie schließt sich dem Gleichgewicht des vorigen Monats an und leitet zur Selbstlosigkeit des nächsten Monats hinüber. Das Üben der Ausdauer entwickelt sich zur seelischen Kraft der Treue. Stellt man sich vor, direkt die Treue leben zu wollen, dann fehlt noch irgendein Bezug, die Treue zu etwas bzw. die Ausdauer an etwas. Also muss noch etwas hinzukommen: Man benötigt eine Zielsetzung, einen Impuls, der eine neue Bewegungsrichtung einschlägt und damit einen Weg eröffnet. Um also ein konkretes Ziel zu haben, haben sich die Schüler im Yogakurs eine āsana (Yogaübung) ausgewählt, welche sie verbessern möchten. Wir haben zunächst 2 Fragen an den Anfang gestellt: Welche Übung möchte ich besser können? In welcher Zeit ist das realistisch? Was ist bis zum Sommer, was ist bis Ende des Jahres realistisch? Gerade der Zeitraum schien mir wichtig, um nicht den Leistungsaspekt, sondern vielmehr die Entwicklung in den Vordergrund zu stellen. Denn in dem Wort Ausdauer steckt die Dauer, die Langmut – das Gegenteil von Kurzlebigkeit und schnellem Erfolg. …

Gleichgewichtsstellung Zehenspitzenstand

Gleichgewicht

… wird zu Fortschritt. So lautet die Monatstugend im Mai. Man könnte auch sagen, das Üben des Gleichgewichts führt zur rhythmischen Harmonisierung, indem wir z.B. verschiedene Übungen abwechseln, aufeinander abstimmen und das Lernen damit in einen Aufbau führen. Rudolf Steiner, der das Gleichgewicht als Tugend mit dem Fortschritt in Verbindung gebracht hat, versteht unter Gleichgewicht aber nicht eine langweilige Mitte, sondern eine ausgewogene Vielfalt, eben das Gegenteil von Einseitigkeiten.

Yogaübung Kamel, Ruhephase

Devotion – eine Tugend …

… die hier als Ehrerbietung, Verehrung oder Ehrfurcht zu verstehen ist. Auf die Großmut im Sinne der Weisheit und Übersicht, die im März als Übung mit wachem Haupt gegeben war, folgte nun im April eine Geste der Verneigung. Denn die Devotion wird auch mit Hingabe und Demut umschrieben. In ihr liegt aber weitaus mehr, als nur das Haupt zu senken. Wie sie zu verstehen ist, soll in diesem Artikel beschrieben werden.

Yoga – Drehsitz

Großmut – die Tugend im März

Im Yoga gibt es verschiedene Ebenen des Übens. Man kann die Muskulatur aufbauen, die Dehnfähigkeit erweitern und allgemein den Körper beleben.  Über die Wahrnehmung und Erweiterung des Erlebens kommt die seelische Ebene zur Geltung. Geistig sind wir beteiligt, indem Beobachtung entwickelt und schlichtweg über die Übung nachgedacht wird, z.B. darüber, was die innere Haltung in einer Körperübung ist – die innere Haltung einer Tugend. Die vorige Tugend, die innere Haltung der Diskretion, vermittelt Eigenschaften wie Ruhe, Sorgfalt und Sensibilität in der Wahrnehmung. Diese kamen in der Körperübung vor allem in den verschiedenen Phasen der Übung zum Ausdruck: innehalten, ruhig werden, beobachten und das Zuviel an Spannung herausnehmen und dann erst in die nächste Bewegung gehen. Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften weckt nun die Großmut? Die Worte mit der Endung „…mut“ bezeichnen den Ausdruck einer inneren Seelenverfassung: Anmut, Hochmut, Frohmut, Unmut, Sanftmut, Starkmut, Kleinmut, Großmut, Langmut, Freimut, Gleichmut, Edelmut, Demut, usw. oder auch jemandem etwas zumuten.

Yogaübung Halbmond Vorbereitung

Die Diskretion – Februarübung

Das Üben der Monats-Tugenden nach Rudolf Steiner. „Diskretion wird zu Meditationskraft“ … … so wird ein Aspekt der seelisch-geistigen Entwicklung angedeutet. Die Yoga-Übung selbst kann diese Entwicklung nicht bieten, denn sie ist eine äußere Körperhaltung, die Tugend ist eine innere Seelenhaltung. Die Yogaübung könnte aber ein künstlerischer Ausdruck der Seele werden, wenn ein Sinn für die Seelenhaltung entsteht. Vielleicht mag man denken, ein Mensch hat diese oder jene Tugend ein anderer nicht, als sei der Mensch von der Natur determiniert und könne nichts hinzu entwickeln. Rudolf Steiner empfahl hingegen, Tugenden konkret zu üben. Er nannte zu jeder Tugend eine bestimmte seelische Kraft, die sich aus dem individuellen Üben entwickeln kann. So wie sich bei der Tugend des Mutes „Erlöserkraft“ entwickeln kann, so sieht er als Ergebnis des Übens der Diskretion die „Meditationskraft“.

Sonnengebet – Hund

Das Sonnengebet

Das Sonnengebet oder der Sonnengruß – in Sanskrit sūrya namaskāra – ist ein Zyklus von sich öffnenden und schließenden Bewegungen, die fließend ineinander übergehen. sūrya heißt Sonne und namaskār „ich grüße“. Es wurde ursprünglich in Indien Richtung Osten, zur aufgehenden Sonne hin ausgeführt, was aber für uns nicht wesentlich ist. Die westliche Bezeichnung Sonnengebet ist deshalb vom Sinn her sehr passend, weil die Übung mehr als nur ein Körpertraining ist. In ihr spiegeln sich die Rhythmen des Lebens zwischen den Polaritäten wieder: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Sprießen und Welken … Einatmen und Ausatmen, Öffnen und Schließen, Anspannen und Entspannen usw.